Eine Stadt wie eine Computer-Platine

Feierlich erklärt Su Jong Chung am Fernsehen, wie sie ihre Wohnung über einen Monitor zentral steuern könne. Den Müll wirft sie in einen Schacht unten im Haus, dessen Klappe sie nur mit einer Chipkarte öffnen kann. Diese dient ebenfalls als Schlüssel für Wohnung, Haus und Garagentor. Darüber, dass all diese Daten gesammelt werden, macht sie sich keine Gedanken: «In meinem alten Haus konnte ich den Abfall nur einmal pro Woche wegbringen. Hier kann ich das wenigstens immer tun.»

Su Jong Chung lebt in Songdo City, der modernsten Stadt der Welt. Sie ist auf dem Reissbrett entstanden, 40 Kilometer von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul entfernt. Bis 2020 sollen 250 000 Menschen dort wohnen.

Songdo wird als Smart City bezeichnet. Alles ist miteinander vernetzt, Hunderte Kameras über­wachen jeden Schritt der Bürger, Millionen von Sensoren sammeln Wetterdaten und messen Verkehrsaufkommen, Energie- und Wasserverbrauch, die Temperatur von ­Gebäuden oder die Luftqualität. Ziel soll es sein, mittels grosser Datenmengen Effizienz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu steigern.

Alle Daten strömen im zentralen Computerhirn der Stadt zusammen, wo Verantwortliche auf einem 20 Meter grossen Display in zig Grafiken alles sehen, was passiert – wie in einem Computerspiel. Wer hierherzieht, tut das wegen der guten Luft, des bequemen Lebens und der Sicherheit.
Sehen so unsere Städte der Zukunft aus? Eher nicht. Vielmehr zeigt der Grosskonzern Cisco an intelligenten Retortenstädten wie Songdo oder Masdar in den Vereinigten Arabischen Emiraten, was technologisch machbar ist. Dabei geht es um viel Geld.

Die Marktforscher von Frost & Sullivan rechnen mit weltweit 26 Smart Citys bis 2025 und schätzen das Marktvolumen auf über 1,5 Billionen Dollar bis ins Jahr 2020. Profitieren werden vor allem Technologieriesen wie Cisco, IBM, ABB oder Siemens. Jetzt wollen sie auch Schweizer Städten helfen, ihre Probleme mit Wasserversorgung, Entsorgung oder Verkehr zu lösen.

Nationale Smart City Tagung 2015 des Bundesamtes für Energie am 3. Dezember 2015 in Zug:
www.smartcity-schweiz.ch

Riesen-Sonnenschirme im Zentrum von Masdar City, die wie Sonnenblumen aussehen. Tagsüber speichern sie die Hitze...

...nachts schliessen die Sonnenschirme und wärmen in den kühlen Wüstennächten den Platz.

Eine bestehende Stadt zu vernetzen, ist aber schwieriger, als eine neue zu bauen. Die politischen und sozialen Herausforderungen sind grösser. «Man muss das Vertrauen der Menschen gewinnen, sonst hat man keine Chance», sagt Andreas Moser, Chef der Abteilung Digitalisierung bei Cisco Schweiz. Deshalb geschieht die Umwandlung in einzelnen Anwendungen (siehe Beispiele). Barcelona, Amsterdam, Hamburg oder Wien kämpfen um den Titel der smartesten Metropole Europas.

Das Smart-City-Konzept ruft auch Kritiker auf den Plan. Der niederländische Stararchitekt Rem Koolhaas äusserte kürzlich die ­Befürchtung, dass die Bürger in ­einer datenumhüllten Stadt ihre Subjektivität verlören und zu Ava­taren degradiert würden, die nur noch ausführten, was Algorithmen ihnen vorgäben.

Es fehle ein Nachdenken über das Gemeinwesen; auch stört er sich an der ständigen Optimierung: «Wo bleibt die Möglichkeit zur Übertretung?» Die smarte Stadt mündet für ihn ­notwendigerweise in einem ­Kontrollregime. Letztlich gehe es um die Frage: Wer regiert die Stadt? Ist es der Bürgermeister oder sind es die Besitzer der Infrastruktur, also Techgiganten wie Google oder IBM?

In eine ähnliche Richtung zielt der Zürcher Architekturtheoretiker Hans Frei, der sich für neue, digitalisierte Formen der Öffentlichkeit einsetzt (siehe Interview): «Smart Citys haben etwas Tragisches.» Je erfolgreicher sie sind, ­desto weniger städtisch seien sie: «Architektur mag noch gut sein fürs Gemüt oder fürs Image.»

Bei Cisco gibt man sich angesichts solcher Vorbehalte selbstkritisch: «Wir haben in den letzten Jahren dazugelernt und gemerkt, dass wir verschiedene Interessenvertreter an Bord haben müssen, wenn wir die Städte ins Boot holen wollen», sagt Moser.

Auf Ini­tiative von Cisco gründete man daher Urbanhive, eine Gruppe von Firmen aus verschiedenen Branchen, die das Thema Smart City vorantreiben wollen. Mit dabei: Microsoft und Goldbach Group. Architekten oder Raumplaner fehlen allerdings. «Aber es hat Leute, die deren Sprache verstehen», sagt Moser.

«Es gehören viele Leute an den Tisch»

Das ist ratsam. Denn auch hiesige Städte wie Winterthur, Basel, ­Zürich, St. Gallen oder Genf erkennen das Potenzial der Vernetzung und haben auf Initiative des Bundesamtes für Energie 2013 die IG Smart City gebildet. Fassbares ist noch nicht vorweisbar: «Viele Projekte und Initiativen sind in den Startlöchern», sagt Projektleiter Benjamin Szemkus.

Eine grosse Herausforderung liege darin, die Städteplaner zu vernetztem ­Denken anzuregen. Wolle man smart bauen, müsse man vorher das ganze System anschauen, nicht nur das einzelne Haus oder Quartier, also auch die Faktoren Mobilität, Dienstleistungen, ÖV, Infrastruktur: «Dazu gehören viele ­Leute an einen Tisch, aber das ist nicht attraktiv», sagt Szemkus. ­Architekten und Bauherren seien es gewohnt, allein zu entscheiden.

Die Zurückhaltung in Sachen Umrüstung deutet aber auch darauf hin, dass Technologiefirmen nicht so leicht das Regieren übernehmen können, wie das manche befürchten. «Die Städte gehen die Projekte sehr sorgfältig an, nicht zuletzt auch aus Gründen des ­Datenschutzes. Und das ist gut so», sagt Cisco-Mann Moser.

In der Tat. Wenn im Jahr 2030 fünf Milliarden Menschen in Städten leben werden, werde das nur mit intelligenter Technologie möglich sein, ist sich Hans Frei sicher. Es lohnt sich, wenn wir bis dahin besonnen Wege gefunden haben, technologisierte Orte zu bauen, die den Namen Stadt verdienen.

Masdar-City verzichtet vollständig auf den Individualverkehr. Überhaupt sind der Stadt, in der einst 50'000 Menschen leben sollen, nur wenige Strassen zu finden.

Entsorgung

Die Einwohner von Songdo werfen ihren Abfall in einen Müllschacht im Haus, den sie per Chip öffnen können. Über ein acht Kilometer langes Röhrensystem wird er von sechs Riesenturbinen mit 25 Metern pro Sekunde angesaugt und an einer zentralen Sammelstelle getrennt und in Container verlagert. Im neuen Stadtteil Västra Hamnen in Malmö wird eine ähnliche Lösung eingesetzt. Vakuum-Müllschlucker im Quartier nehmen die Säcke auf, die dann über ein Leitungssystem zu einer zentralen Sammelstelle und von dort zu einer Verbrennungsanlage transportiert werden. Mit der
Verbrennungsenergie werden die Wohnungen des
Quartiers geheizt. Müllcontainer in Nizza melden, wann sie geleert werden müssen.

Die Einwohner von Songdo werfen ihren Abfall in einen Müllschacht im Haus, den sie per Chip öffnen können. Über ein acht Kilometer langes Röhrensystem wird er von sechs Riesenturbinen mit 25 Metern pro Sekunde angesaugt und an einer zentralen Sammelstelle getrennt und in Container verlagert. Im neuen Stadtteil Västra Hamnen in Malmö wird eine ähnliche Lösung eingesetzt. Vakuum-Müllschlucker im Quartier nehmen die Säcke auf, die dann über ein Leitungssystem zu einer zentralen Sammelstelle und von dort zu einer Verbrennungsanlage transportiert werden. Mit der
Verbrennungsenergie werden die Wohnungen des
Quartiers geheizt. Müllcontainer in Nizza melden, wann sie geleert werden müssen.

Bürgerservice

Smarte Verwaltungen lassen Bürger vermehrt partizipieren und Anregungen und Missstände melden, wie das in Zürich mit der «Züri wie neu»-App möglich ist. In Hamburg gibt es in einem Einkaufszentrum test­weise einen Bürgerkiosk. In der Kabine, die mit Laut­sprecher, Mikrofon, Touchscreen, Kamera und Drucker ausgerüstet ist, können Bürger via Videochat mit 
einem Angestellten der Stadtverwaltung sprechen, einen Pass bestellen oder andere Dienste in Anspruch nehmen, ohne vor Ort sein zu müssen. Ziel ist es, den ­Kiosk flächendeckend auszurollen. Auch in Nizza und Barcelona sind solche Kabinen im Einsatz. 
Hamburg, Barcelona

Smarte Verwaltungen lassen Bürger vermehrt partizipieren und Anregungen und Missstände melden, wie das in Zürich mit der «Züri wie neu»-App möglich ist. In Hamburg gibt es in einem Einkaufszentrum test­weise einen Bürgerkiosk. In der Kabine, die mit Laut­sprecher, Mikrofon, Touchscreen, Kamera und Drucker ausgerüstet ist, können Bürger via Videochat mit
einem Angestellten der Stadtverwaltung sprechen, einen Pass bestellen oder andere Dienste in Anspruch nehmen, ohne vor Ort sein zu müssen. Ziel ist es, den ­Kiosk flächendeckend auszurollen. Auch in Nizza und Barcelona sind solche Kabinen im Einsatz. HamburgBarcelona

Licht

Smart-City-Konzepte sehen Strassenlampen und Lichtanlagen vor, die mit Bewegungsmeldern und Helligkeitssensoren ausgerüstet und über eine IP-Adresse mit einer Kontrollzentrale vernetzt sind. Sie reagieren flexibel und brennen automatisch, wenn Leute oder Autos vor Ort sind. Andernfalls löschen sie aus. Ziel ist es, die Stromkosten zu senken und umweltfreundlicher zu werden. Smarte Beleuchtungsprojekte laufen etwa in Nizza, Oslo, Kopenhagen oder Baar ZG. Die Lampen können zusätzlich auch mit WLAN, digitalen Bildschirmen, Wasser-Detektoren, Lautsprechern oder Gegensprechanlagen ausgerüstet sein. Die Polizei kann die Daten ebenfalls nutzen und, wenn an gewissen ­Orten ungewohnt viele Leute sind, vorbeischauen.

Smart-City-Konzepte sehen Strassenlampen und Lichtanlagen vor, die mit Bewegungsmeldern und Helligkeitssensoren ausgerüstet und über eine IP-Adresse mit einer Kontrollzentrale vernetzt sind. Sie reagieren flexibel und brennen automatisch, wenn Leute oder Autos vor Ort sind. Andernfalls löschen sie aus. Ziel ist es, die Stromkosten zu senken und umweltfreundlicher zu werden. Smarte Beleuchtungsprojekte laufen etwa in Nizza, Oslo, Kopenhagen oder Baar ZG. Die Lampen können zusätzlich auch mit WLAN, digitalen Bildschirmen, Wasser-Detektoren, Lautsprechern oder Gegensprechanlagen ausgerüstet sein. Die Polizei kann die Daten ebenfalls nutzen und, wenn an gewissen ­Orten ungewohnt viele Leute sind, vorbeischauen.

Umwelt

Das Vienna Citizen Sensor Project lässt die Bürger  Wiens selbst Umweltdaten sammeln. Die Leute erhalten von den Initianten gebaute Sensorboxen, die sie auf den Balkon stellen und damit Luftqualität, Lärm und Verkehrsaufkommen messen können. Die Stadt selbst erhebt zwar auch solche Daten, die aber Durchschnittswerte fürs ganze Stadtgebiet abbilden. Die Sensorboxen sollen indes differenziertere Messungen  ermöglichen. Noch gibt es technische Probleme, 
die Datenlage ist dünn, und die Boxen sind zu teuer. Ein Vorbildprojekte gab es in Barcelona und Wien.

Das Vienna Citizen Sensor Project lässt die Bürger Wiens selbst Umweltdaten sammeln. Die Leute erhalten von den Initianten gebaute Sensorboxen, die sie auf den Balkon stellen und damit Luftqualität, Lärm und Verkehrsaufkommen messen können. Die Stadt selbst erhebt zwar auch solche Daten, die aber Durchschnittswerte fürs ganze Stadtgebiet abbilden. Die Sensorboxen sollen indes differenziertere Messungen ermöglichen. Noch gibt es technische Probleme, die Datenlage ist dünn, und die Boxen sind zu teuer. Ein Vorbildprojekte gab es in Barcelona und Wien.

Parkieren

In Barcelona oder im Londoner Stadtteil Westminster hilft das Smartphone beim Parkplatzsuchen. Die mit Infrarotsensoren ausgerüsteten Parkplätze, in Westminster sind es 3000, merken, ob sie besetzt sind oder nicht. Eine Android- oder iOS-App sammelt im Minutentakt diese Daten in Echtzeit und lässt die Nutzer auf einer Karte wissen, wo es noch freie kostenpflichtige Parkplätze hat. Man kann auch nach Motorrad-  oder  Behinderten-Parkplätzen suchen. Die App führt den Fahrer direkt vor Ort. Das spart Nerven, Zeit und Benzin und lässt die Stadtverwaltung wissen, wo welche Parkplätze wie genutzt werden. Angebot  und Park­gebühren können entsprechend anpasst werden.

In Barcelona oder im Londoner Stadtteil Westminster hilft das Smartphone beim Parkplatzsuchen. Die mit Infrarotsensoren ausgerüsteten Parkplätze, in Westminster sind es 3000, merken, ob sie besetzt sind oder nicht. Eine Android- oder iOS-App sammelt im Minutentakt diese Daten in Echtzeit und lässt die Nutzer auf einer Karte wissen, wo es noch freie kostenpflichtige Parkplätze hat. Man kann auch nach Motorrad- oder Behinderten-Parkplätzen suchen. Die App führt den Fahrer direkt vor Ort. Das spart Nerven, Zeit und Benzin und lässt die Stadtverwaltung wissen, wo welche Parkplätze wie genutzt werden. Angebot und Park­gebühren können entsprechend anpasst werden.

Verkehr

In smarten Städten soll der Verkehr platzsparend, energieeffizient und möglichst störungsfrei geregelt werden. Elektromobilität, öffentlicher Verkehr, Car­sharing und Velos werden zunehmend einbezogen. Die finnische Hauptstadt Helsinki testet seit 2013 flexible Busrouten. Die Klein-Busse können an einer Haltestelle online oder per SMS bestellt werden und bringen die Fahrgäste nahe an den gewünschten Zielort. Unterwegs werden andere Passagiere mitgenommen, wobei die gewünschte Ankunftszeit berücksichtigt wird. Die Fahrten sind teurer als herkömmliche Busfahrten, aber billiger als ein Taxi. Bezahlt wird online oder per Handyrechnung. Der Dienst ist ein Angebot der lokalen Verkehrsbetriebe HSL.  

In smarten Städten soll der Verkehr platzsparend, energieeffizient und möglichst störungsfrei geregelt werden. Elektromobilität, öffentlicher Verkehr, Car­sharing und Velos werden zunehmend einbezogen. Die finnische Hauptstadt Helsinki testet seit 2013 flexible Busrouten. Die Klein-Busse können an einer Haltestelle online oder per SMS bestellt werden und bringen die Fahrgäste nahe an den gewünschten Zielort. Unterwegs werden andere Passagiere mitgenommen, wobei die gewünschte Ankunftszeit berücksichtigt wird. Die Fahrten sind teurer als herkömmliche Busfahrten, aber billiger als ein Taxi. Bezahlt wird online oder per Handyrechnung. Der Dienst ist ein Angebot der lokalen Verkehrsbetriebe HSL.  

«Technologien müssen sich Bedürfnissen anpassen»

Hans Frei, Zürich, Architekturtheoretiker

Herr Frei, braucht es smarte Städte?

Brauchen wir Smartphones? Städte werden nun mal immer smarter und wir werden glauben, dass wir die Bequemlichkeit brauchen, die sie bieten. Wir müssen uns deshalb mit ihnen auseinander setzen.

Am Smart-City-Konzept kritisieren Sie, dass es die Öffentlichkeit bedroht. Müssen wir uns nicht eher Sorgen um die Privatheit machen?

Sicher, angesichts der zunehmenden Datensammlerei in intelligenten Städte ist die Privatheit in Gefahr. Aber sie ist ein verbrieftes Recht. Solange es Menschen gibt, wie wir sie heute kennen, wird es solche geben, die für ihre privaten Rechte kämpfen. Die Öffentlichkeit aber ist schwer fassbar und kennt keinen vergleichbaren, rechtlich geschützten Status.,

Warum ist Öffentlichkeit wichtig?

Die Öffentlichkeit macht das Wesen einer Stadt aus. Sie ist wie eine Arena, in der die Leute zusammenkommen, um sich politisch mit Andern auseinanderzusetzen. In Smart Cities wie Songdo gibt es diese Form der Auseinandersetzung nicht, weil es sich um reine Dienstleistungsbetriebe handelt.

Historisch gesehen wurden die Weichen, wie man den Herausforderungen einer Zeit begegnen soll, immer von der städtischen Öffentlichkeit gestellt. Auch heute noch ist sie Hoffnungsträger. Wer sonst ist besser in der Lage, sich den grossen Herausforderungen der Zeit (Klimaerwärmung, Massenarbeitslosigkeit und Massenimmigration) zu stellen, als die, die davon am meisten betroffen sind?

Was ist zu tun?

Wir müssen darüber nachdenken, wie man die wie digitalen Technologien den Bedürfnissen der Städte angepasst werden sollen, statt umgekehrt die Städte immer mehr entsprechend den technischen Möglichkeiten auszurichten.

Kennen Sie gelungene Beispiele?

In erster Linie wäre hier die Seattle Library von Rem Koolhaas zu erwähnen oder das Shibaura House in Tokyo von Sanaa. Dazu könnte auch deren Learning Center in Lausanne gehören, wenn es von den Sponsoren nicht für ihre Interessen missbraucht würde. Bloss temporär Charakter hatten die Ereignisse rund um den Tahir Platz in Kairo, den Zuchotti Park in New York und das Tempelhofer Feld in Berlin. Diese Biepiele zeigen jedoch, wie digitale Technologien und urbane Orte sich gegenseitig verstärken können.

Technologie und St*ädteplanung m*üssen dafür zusammenfinden.

Genau, aber diese Diskussion zwischen Technologiekonzernen und Stadtplanern finden bis heute ausschliesslich auf der Ebene des Ausbaus von Dienstleistungen statt, wie die Smart City-Initiativen zeigen. Je grösser ihr Erfolg ist, desto schlimmer für das öffentliche Leben in der Stadt.

Text
Simone Luchetta

Illustrationen
Stephan Schmitz

Fotos
Getty Images